Gefahrenzone Haushalt

Die neueste Recherche der Minijob-Zentrale zeigt: 9.815 tödliche Unfälle ereigneten sich 2015 in deutschen Haushalten – knapp dreimal so viele wie im Straßenverkehr.

Zuhause ist es doch am schönsten – aber ist es auch am sichersten? 9.815 tödliche Unfälle ereigneten sich 2015 in deutschen Haushalten. Damit sind die eigenen vier Wände weitaus gefährlicher als der Straßenverkehr, der im gleichen Jahr 3.459 Unfälle mit Todesfolge zu verzeichnen hatte. Das zeigt die aktuelle Recherche der Minijob-Zentrale, die sie anhand der Daten der statistischen Landesämter erstellt hat. Besonders oft ereignen sich Unfälle in ostdeutschen Wohnungen.

Bochum, 30.01.2017 – Die dunkle Jahreszeit hat Deutschland fest im Griff. Niedrige Temperaturen, glatte Wege und eine schlechte Sicht verunsichern die Teilnehmer im Straßenverkehr – und erhöhen die Chance auf einen Unfall. Zuhause hingegen ist es warm, gemütlich und, so glaubt man, sicher. Überraschend ist jedoch: Mit 9.815 tödlichen Unfällen im Jahr 2015 sind die eigenen vier Wände viel gefährlicher als die Straße. „Viele Menschen unterschätzen die häuslichen Gefahren. Unachtsamkeit und nicht geeignete Haushaltsgegenstände, wie beispielsweise ein Stuhl als Ersatz-Leiter, führen immer wieder zu zahlreichen Unfällen“, so Dr. Erik Thomsen, Leiter der Minijob-Zentrale. Minijobber in Privathaushalten sind von diesen Risiken natürlich nicht ausgenommen. Als Babysitter, Gärtner oder Putzhilfe arbeiten sie täglich dort, wo die meisten Unfälle passieren. Umso wichtiger, dass Minijobber und Arbeitgeber ausreichend abgesichert sind. „Nur eine Anmeldung bei der Minijob-Zentrale schafft klare Verhältnisse, denn nur angemeldete Minijobber sind während ihrer Arbeit offiziell gegen Arbeitsunfälle versichert – egal, ob sie gerade putzen oder Gardinen aufhängen“, so Thomsen weiter.

Häufigstes Unfallbild: Stürze

Egal ob das Staubsaugerkabel übersehen wird oder beim Putzen der Regale das Gleichgewicht verloren geht: „Alles, was zum Sturz führen kann, ist ein hohes Risiko”, so Dr. Susanne Woelk, Geschäftsführerin von der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. Die meisten Stürze enden dabei nicht tödlich. Ein verstauchter Knöchel oder ein gebrochener Arm sind jedoch keine Seltenheit. „Mit zunehmendem Alter wird auch die Überschätzung der eigenen Kräfte ein Thema“, so Woelk weiter. Für einen sicheren Haushalt sollte daher immer auf Folgendes geachtet werden: Erstens genug Zeit und Pausen einzuplanen, zweitens stets das richtige Werkzeug zu verwenden, und drittens im Alter einzusehen, wann es Zeit ist, sich helfen zu lassen – beispielsweise von einer Haushaltshilfe.

Die meisten tödlichen Haushaltsunfälle sind in Sachsen

Im statistischen Ländervergleich zeigt sich ein klares Bild: Die meisten tödlichen Unfälle pro 100.000 Einwohner ereigneten sich 2015 in sächsischen Haushalten (24,9), dicht gefolgt von Thüringen (21,8) und Sachsen-Anhalt (20,5). Ganz anders sieht es im Norden Deutschlands aus: In Bremen und Bremerhaven gab es lediglich 2,5 tödliche Haushaltsunfälle pro 100.000 Einwohner. Damit sind die Hanseaten in Punkto Sicherheit in den eigenen vier Wänden die Spitzenreiter. Auch Niedersachsen (8,0) kann mit wenig tödlich Verunglückten punkten und reiht sich auf Platz zwei ein. Aber auch in der Hauptstadt weiß man sich im Eigenheim zu schützen. Mit 8,1 häuslichen Unfalltoten pro 100.000 Einwohner liegt Berlin knapp auf Platz drei der Länder mit den sichersten Haushalten.

Einfache Anmeldung – sicherer Schutz für Minijobber

Die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale (http://www.minijob-zentrale.de/) bietet zuverlässigen Schutz für Minijobber und Arbeitgeber im Fall eines Unfalls. Denn eine Anmeldung ist nicht nur der einzige Weg aus der Schwarzarbeit und bringt steuerliche Vorteile für den Arbeitgeber, sondern sichert auch den Unfallschutz für die Minijobber. Wer auf der Suche nach einer Haushaltshilfe ist, findet sie bei der Haushaltsjob-Börse (www.haushaltsjob-boerse.de), dem offiziellen Online-Stellenportal der Minijob-Zentrale. Hier können Arbeitgeber und Haushaltsjobber private Stellenangebote im Haushalt finden und einstellen – kostenlos und deutschlandweit.