Heimarbeiter als Minijobber

Besonderer Schutz für Heimarbeiter

Laut Heimarbeitergesetz ist Heimarbeiter, wer in einer eigenen Arbeitsstätte im Auftrag und für Rechnung von

  • Gewerbetreibenden,
  • gemeinnützigen Unternehmen oder
  • öffentlich-rechtlichen Körperschaften erwerbsmäßig arbeitet.

Heimarbeiter

  • arbeiten in persönlicher Abhängigkeit, um einen Verdienst zu erzielen und
  • überlassen die Verwertung ihres Arbeitsergebnisses ihrem mittelbaren oder unmittelbaren Auftraggeber.

Als Arbeitgeber des Heimarbeiters gilt, wer die Arbeit unmittelbar an ihn vergibt. Finden die Arbeiten im Rahmen eines Minijobs statt, gelten die üblichen Minijob-Regelungen.

Wichtig zu wissen

Mutterschutz gilt auch für Heimarbeiter

Alle Arbeitgeber müssen die Umlage 2

“U2“: Arbeitgeberaufwendungen bei Mutterschaft

zahlen – unabhängig von der Betriebsgröße. Damit werden alle finanziellen Aufwendungen aus dem gesetzlichen Mutterschutz erstattet

Keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz haben Heimarbeiter, im Gegensatz zu anderen Arbeitnehmern, keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Das wird aber durch einen Zuschlag Ihres Arbeitgebers ausgeglichen.

Wichtig zu wissen

Für Heimarbeiter brauchen Auftraggeber keine Umlage 1

“U1“: Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit

zur Arbeitgeberversicherung zu zahlen.

So ermitteln Arbeitgeber das regelmäßige Arbeitsentgelt für 450-Euro-Minijobs

Arbeitgeber müssen zu Beginn der Beschäftigung das regelmäßige Arbeitsentgelt im Sinne von § 14 SGB IV ermitteln, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um einen 450-Euro-Minijob handelt.

Grundsätzlich gilt: Alles was steuerpflichtig ist, ist auch sozialversicherungspflichtig.

Einmalige Einnahmen, Zulagen, Zuschläge, Zuschüsse sowie ähnliche Einnahmen, die Sie zusätzlich zu den Löhnen oder Gehältern gewähren, rechnen Sie nicht zum Arbeitsentgelt dazu - soweit diese lohnsteuerfrei sind.

Übersteigt das Entgelt, nach dem Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge berechnet werden, 25 Euro pro Stunde, zählen diese Zuschläge dagegen zum Arbeitsentgelt.

Heimarbeiter sind besonders geschützt

Heimarbeiter stehen unter einem besonderen gesetzlichen Schutz. Daher gibt es bei der Ermittlung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts Besonderheiten. Auftraggeber zahlen ihrem Heimarbeiter zur Sicherung für den Krankheitsfall einen Zuschlag zum Arbeitsentgelt.

nach § 10 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG)

Das sind 3,4 Prozent vom Bruttoverdienst, der sich ohne Zahlungen für Lohnausfall an Feiertagen, Urlaub und Arbeitsausfall infolge Krankheit ermittelt.

Der Zuschlag für den Krankheitsfall ist zwar steuerpflichtig, aber zählt nicht zum Arbeitsentgelt der Sozialversicherung und ist deshalb beitragsfrei

aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Bestimmung

. Bei der Ermittlung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts bleibt dieser unberücksichtigt.

Heimarbeitszuschläge

Heimarbeiterzuschläge gleichen Aufwendungen aus, die mit der Heimarbeit verbunden sind, z. B. Miete, Heizung und Beleuchtung der Arbeitsräume, für Arbeitsgeräte, Zutaten usw. Diese Zuschläge sind steuerfrei und somit auch beitragsfrei in der Sozialversicherung. Allerdings nur dann, wenn sie 10 Prozent des Grundlohns nicht übersteigen. Sie werden deshalb bei der Ermittlung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts nicht berücksichtigt.

Steuern

Die für 450-Euro-Minijobs übliche pauschale Lohnsteuer von zwei Prozent gilt nur für Arbeitsentgelte, die auch beitragspflichtig zur Rentenversicherung sind. Insofern ist für steuerpflichtige Entgeltbestandteile, wie z. B. der Zuschlag für den Krankheitsfall, die beitragsfrei in der Sozialversicherung sind, die Lohnsteuer nach den üblichen Lohnsteuerabzugsmerkmalen zu erheben.

Weitere Informationen zum Steuerrecht erhalten Sie hier.

Feiertagsgeld für Heimarbeiter

Auftraggeber zahlen Ihrem Heimarbeiter ein sogenanntes Feiertagsgeld

nach § 11 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG)

Dieses ist steuer- und auch beitragspflichtig. Es handelt sich somit um Arbeitsentgelt. Der Auftraggeber muss das Feiertagsgeld bei der Ermittlung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts berücksichtigen.