Mindestlohn und Tarifrecht

Wie sich der Mindestlohn auf das Tarifrecht auswirkt

In Deutschland gilt der Grundsatz der Vertragsfreiheit. Als Arbeitgeber können Sie die Höhe der Vergütung mit ihrem Minijobber oder ihrer Haushaltshilfe grundsätzlich frei vereinbaren, sofern Sie nicht an Tarifverträge gebunden sind. Sie müssen allerdings den Mindestlohn von 8,84 Euro einhalten.

Tarifverträge

Tarifverträge regeln verbindlich Stunden- oder Monatslöhne/-gehälter für einzelne Tätigkeiten. Sie gelten unmittelbar für Arbeitsverhältnisse, bei denen sowohl Sie als Arbeitgeber Mitglied eines Arbeitgeberverbands als auch ihr Arbeitnehmer Mitglied der Gewerkschaft sind. In diesen Fällen brauchen Sie den Verdienst im Einzelarbeitsvertrag nicht anzugeben.

Sind weder Sie noch Ihr Arbeitnehmer bzw. Minijobber - oder nur einer von Ihnen - Mitglied einer solchen Organisation, sind Sie an keinen Tarif gebunden. Dennoch können Sie als Arbeitgeber die Löhne eines Tarifvertrags in den Einzelarbeitsvertrag übernehmen. So erfolgt praktisch eine Anbindung an den jeweiligen Tarifvertrag. Diese Methode hat den Vorteil, dass Tariferhöhungen sich unmittelbar auf das Arbeitsverhältnis auswirken und Sie Lohnerhöhungen nicht einzeln mit Ihrem Arbeitnehmer bzw. Minijobber verhandeln müssen.

Auch für haushaltsnahe Tätigkeiten gibt es Tarifverträge. Näheres zu den bestehenden Tarifverträgen finden Sie auf den Internetseiten des Arbeitgeberverbands DHB Netzwerk Haushalt e. V. und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.