Minijob-Zentrale - Entgeltfortzahlung

Ent­gelt­fort­zah­lung – selbst­ver­ständ­lich auch für Mi­ni­job­ber

Bei Krankheit, Krankheit des Kindes, Mutterschaft und Arbeitsausfall an Feiertagen

Minijobber haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit, Krankheit des Kindes, Schwangerschaft und Mutterschaft und Arbeitsausfall aufgrund von Feiertagen. Für genaue Infos klicken Sie das entsprechende Thema an.

  • Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall

    Ist Ihr Minijobber infolge unverschuldeter Krankheit oder einer medizinischen Vorsorge- bzw. Rehabilitationsmaßnahme arbeitsunfähig, hat er Anspruch darauf, dass Sie ihm seinen regelmäßigen Verdienst bis zu sechs Wochen weiterzahlen. Sie müssen seinen Verdienst für die Tage zahlen, an denen Ihr Minijobber ohne Arbeitsunfähigkeit arbeiten müsste

    gemäß §§ 3 - 4 Entgeltfortzahlungsgesetz – EFZG

    .

    Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht erst nach vier Wochen der Beschäftigung.

    Gut zu wis­sen

    Nehmen Sie als Arbeitgeber am Ausgleichsverfahren

    nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG)

    teil, können Sie eine Erstattung dieser Aufwendungen beantragen. Das Ausgleichsverfahren bei Krankheit ist nur für Arbeitgeber mit maximal 30 Beschäftigten vorgesehen. Zuständig ist die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft-Bahn-See.

  • Ent­gelt­fort­zah­lung bei Schwan­ger­schaft und Mut­ter­schaft

    Beschäftigungsverbot vor Beginn der Mutterschutzfristen

    Wurde für Ihre Minijobberin vor Beginn der normalen Mutterschutzfrist ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen, müssen Sie als Arbeitgeber den durchschnittlichen Verdienst der letzten 3 Monate weiterzahlen. Der sogenannte Mutterschutzlohn ist bis zum Beginn der normalen Mutterschutzfrist zu zahlen.

    Gut zu Wis­sen

    Als Arbeitgeber können Sie eine Erstattung dieser Aufwendungen

    nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG)

    beantragen. Am Ausgleichsverfahren bei Schwangerschaft und Mutterschaft nehmen grundsätzlich alle Arbeitgeber teil. Zuständig ist die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft-Bahn-See.


    Mutterschutzfristen vor und nach der Geburt

    In den letzten sechs Wochen vor der Geburt dürfen Sie schwangere Minijobberinnen nicht mehr beschäftigen. Eine Ausnahme kann es geben, wenn die Schwangere ausdrücklich eine Beschäftigung in dieser Zeit wünscht. Diese Erklärung kann die Minijobberin jederzeit widerrufen.
    Nach der Entbindung beträgt die Schutzfrist in der Regel acht Wochen und beginnt am Tag nach der Geburt. Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten und bei Kindern mit Behinderung beträgt die Schutzfrist zwölf Wochen. Die Schutzfrist nach der Entbindung ist ein absolutes Beschäftigungsverbot, eine Beschäftigung ist ausgeschlossen.

    Als Arbeitgeber zahlen Sie während der Schutzfrist einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld. Wie hoch dieser Zuschuss ist, ist abhängig vom Krankenversicherungsschutz Ihrer Minijobberin.

    • Ihre Minijobberin ist selbst Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse (z. B. weil sie freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist):
      In diesem Fall erhält Ihre Minijobberin Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse (maximal 13 Euro am Tag). Ist das Mutterschaftsgeld niedriger als der Nettoverdienst vor der Mutterschutzfrist, zahlen Sie als Arbeitgeber einen Zuschuss in Höhe der Differenz zwischen Mutterschaftsgeld und Nettolohn.
    • Ihre Minijobberin ist kein Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse (z. B. familienversichert oder privatversichert):
      In diesem Fall erhält Ihre Minijobberin Mutterschaftsgeld vom Bundesamt für Soziale Sicherung. Als Arbeitgeber leisten Sie nur einen Zuschuss, wenn der Verdienst Ihrer Minijobberin bis zum Beginn der Mutterschutzfrist höher als 390 Euro war. Der Zuschuss beläuft sich auf die Differenz zwischen 390 Euro und dem Nettolohn.
  • Ent­gelt­fort­zah­lung bei Ar­beits­aus­fall an Fei­er­ta­gen

    Als Arbeitgeber müssen Sie Ihrem Minijobber auch für die Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, das Arbeitsentgelt zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte

    § 2 EFZG

    . Ihr Minijobber hat dann einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung für Feiertage, wenn der Feiertag auf einen Tag fällt, an dem dieser sonst regelmäßig zur Arbeitsleistung verpflichtet ist. Sie dürfen die Fortzahlung von Entgelt für Feiertage nicht dadurch umgehen, dass Ihr Minijobber die ausgefallene Arbeitszeit an einem sonst arbeitsfreien Tag vor- oder nacharbeitet.


  • Ent­gelt­fort­zah­lung bei Er­kran­kung des Kin­des

    Hat das Kind sein 12. Lebensjahr noch nicht vollendet oder ist behindert, kann ein Elternteil zu dessen Pflege zu Hause bleiben und erhält für fünf Tage Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber

    Die Verpflichtung zur Entgeltfortzahlung bei Erkrankung des Kindes ergibt sich aus § 616 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

    . Sie können diese Verpflichtung durch Regelungen im Arbeitsvertrag oder aufgrund eines Tarifvertrages jedoch einschränken. In diesem Fall sind Sie allerdings verpflichtet, Ihrem Minijobber unbezahlte Freistellung zu gewähren.

    Gut zu wis­sen

    Ihre Aufwendungen als Arbeitgeber sind nicht erstattungsfähig nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG).