Verdienstgrenze bei 450-Euro-Minijobs im Privathaushalt

Ihr Minijobber darf bis zu 450 Euro im Monat oder 5.400 Euro im Jahr verdienen

Bei einem 450-Euro-Minijob kann Ihr Minijobber regelmäßig monatlich bis zu 450 Euro verdienen. Arbeitet er ein Jahr lang durchgehend, sind das höchstens 5.400 Euro – die jährliche Verdienstgrenze.
Überschreitet Ihr Arbeitnehmer diese Verdienstgrenze, hat er keinen Minijob, sondern ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis.

Wichtig zu wissen

Sie müssen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen bei der zuständigen Krankenkasse melden – nicht bei der Minijob-Zentrale.

Damit Sie sicher sein können, dass es sich tatsächlich um einen 450-Euro-Minijob handelt, berechnen Sie den voraussichtlichen Jahresverdienst Ihres Minijobbers bereits zu Beginn der Beschäftigung. Liegt dieser bei maximal 5.400 Euro, ist die Beschäftigung ein Minijob.

Verdienstgrenze bei Minijobs unter einem Monat

Bei Minijobs, die auf weniger als einen Monat befristet sind, berechnen Sie den anteiligen Monatswert wie folgt:

450 Euro x Kalendertage / 30

Arbeitet Ihr Minijobber beispielsweise 15 Kalendertage, kann er 225 Euro verdienen:

450 Euro x 15 Kalendertage / 30 = 225 Euro

Sonderzahlungen zählen mit

Behalten Sie einmalige Zahlungen im Blick, wie zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Diese zählen zum Verdienst Ihres Minijobbers dazu. Übersteigt dieser durch die Sonderzahlungen die jährliche Grenze von 5.400 Euro, handelt es sich bereits ab Beschäftigungsbeginn um keinen Minijob.
Hier geht es zum Online-Rechner für 450-Euro-Minijobs

Steuerfreie Einnahmen zählen nicht zum Verdienst

Hat Ihr Minijobber steuerfreie zusätzliche Einnahmen, zählen diese nicht zu seinem regelmäßigen Verdienst. Dazu gehören einmalige Zulagen, Zuschläge und Zuschüsse, wie z. B. Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge.

Bei schwankendem Verdienst müssen Sie schätzen

Ist der monatliche Verdienst Ihres Minijobbers nicht immer gleich, müssen Sie das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt schätzen. Kommen Sie auf einen Betrag von maximal 5.400 Euro im Jahr, handelt es sich um einen 450-Euro-Minijob.

Was passiert, wenn Sie die Verdienstgrenze überschreiten

Zahlen Sie Ihrem Minijobber einen Jahresverdienst bis 5.400 Euro, darf sein Verdienst in einzelnen Monaten auch mehr als 450 Euro betragen. Übersteigt der Jahresverdienst aber 5.400 Euro, weil sich der Verdienst Ihres Minijobbers in einzelnen Monaten auf mehr als 450 Euro erhöht, kommt es darauf an, ob dies regelmäßig und vorhersehbar oder gelegentlich und nicht vorhersehbar erfolgt.

Passiert das gelegentlich und nicht vorhersehbar, das heißt bis zu drei Mal in einem Zwölf-Monats-Zeitraum, bleibt die Tätigkeit ein Minijob. In solchen Ausnahmefällen darf der Jahresverdienst auch weit mehr als 5.400 Euro betragen.

Verdient Ihr Minijobber dagegen regelmäßig über 450 Euro im Monat, ist die Beschäftigung kein Minijob mehr, sondern sozialversicherungspflichtig. Dies gilt ab dem Tag, an dem Sie erkennen können, dass Ihr Minijobber aufgrund des vorhersehbaren höheren Verdienstes mehr als 5.400 Euro im Jahr verdienen wird.

Wichtig zu wissen

Als „nicht vorhersehbar“ gilt beispielsweise eine Krankheitsvertretung, als „vorhersehbar“ saisonale Mehrarbeit.

Beispiel

Ein Minijobber mit einem regelmäßigen monatlichen Verdienst von 420 Euro übernimmt für einen Monat zusätzlich eine Krankheitsvertretung. Er verdient damit in diesem Monat 1.000 Euro. Seine Beschäftigung gilt weiterhin als Minijob, da sie die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro nur gelegentlich (in einem Monat) und mit der Krankheitsvertretung nicht vorhersehbar überschritten hat.

Verdienst in der Gleitzone führt zu einem Midijob

Zahlen Sie Ihrem Arbeitnehmer regelmäßig 450,01 bis 850 Euro monatlich, handelt es sich bei seiner Beschäftigung nicht mehr um einen Minijob, denn er überschreitet damit regelmäßig die 450-Euro Grenze. Erhält er aber nicht mehr als 850 Euro monatlich, hat Ihr Beschäftigter einen Midijob.
In dieser Gleitzone zahlen Sie für ihren Midijobber bereits volle Sozialversicherungsbeiträge, während der Arbeitnehmer reduzierte Beiträge hat. Nutzen Sie den Gleitzonenrechner der Deutschen Rentenversicherung. Zum Gleitzonenrechner der Deutschen Rentenversicherung

Ihre Abgaben als Arbeitgeber

Die Höhe Ihrer Abgaben an die Minijob-Zentrale richtet sich nach der Art des gemeldeten Minijobs. Eine Übersicht zu den Abgaben finden Sie hier.
Für eine individuelle Berechnung steht Ihnen unser Online-Rechner zur Verfügung.