Berufsmäßige Beschäftigung bei kurzfristigen Minijobs

Wer berufsmäßig arbeitet, hat keinen kurzfristigen Minijob

Ein kurzfristiger Minijobber hat generell keine Verdienstbeschränkung. Nur, wenn er – anteilig nach Dauer seiner Beschäftigung – über 450 Euro monatlich kommt, müssen Sie als sein Arbeitgeber prüfen, ob er berufsmäßig arbeitet. Denn: Wer berufsmäßig arbeitet, darf nicht kurzfristig beschäftigt werden und hat damit keinen Minijob.

Wichtig zu wissen

Berufsmäßigkeit heißt: Die Beschäftigung ist für Ihre Aushilfe nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung, sondern sie sichert damit ihren Lebensunterhalt. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Aushilfe als erwerbstätige Person gilt.

Keine Berufsmäßigkeit neben einer Hauptbeschäftigung

Übt Ihr Minijobber seine kurzfristige Beschäftigung neben einer Hauptbeschäftigung aus, ist diese grundsätzlich nicht berufsmäßig. Dies gilt auch für Beschäftigungen, die er neben

  • einer selbständigen Tätigkeit,
  • einem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr,
  • dem Bundesfreiwilligendienst oder
  • dem Bezug von Vorruhestandsgeld durchführt.

Berufsmäßigkeit durch Erwerbsverhalten oder Personenstatus

Sie können am Erwerbsverhalten oder am Personenstatus erkennen, ob Ihre Aushilfe berufsmäßig beschäftigt ist.

  • Erwerbsverhalten:
    Hat Ihre Aushilfe im laufenden Kalenderjahr bereits Vorbeschäftigungszeiten mit einem Verdienst von mehr als 450 Euro, müssen Sie diese berücksichtigen. Kommt die Aushilfe zusammen mit ihrer aktuellen Beschäftigung damit insgesamt über drei Monate bzw. 70 Arbeitstage, handelt es sich nicht mehr um eine gelegentliche, sondern um eine berufsmäßige Beschäftigung – und damit um keinen kurzfristigen Minijob.
  • Personenstatus:
    Manche Personengruppen sind durch ihren Status automatisch berufsmäßig beschäftigt. Damit ist ein kurzfristiger Minijob ausgeschlossen.

    Beispiel

    Ein Beschäftigungsloser ist bei der Agentur für Arbeit – für mehr als eine kurzfristige Beschäftigung – arbeitsuchend gemeldet. Zeitgleich übt er einen kurzfristigen Job aus, in dem er monatlich mehr als 450 Euro verdient. Als Beschäftigungsloser ist sein Einkommen aus dieser Tätigkeit für die Sicherung seines Lebensunterhalts entscheidend und er gilt als berufsmäßig beschäftigt.

Berufsmäßigkeit führt zu Sozialversicherungspflicht

Stellen Sie fest, dass Ihr Arbeitnehmer bei einem monatlichen Verdienst von mehr als 450 Euro berufsmäßig beschäftigt ist, ist er unabhängig von der Dauer seiner Beschäftigung sozialversicherungspflichtig. Sie müssen ihn bei der zuständigen Krankenkasse anmelden.

Mit der „Entscheidungshilfe zur Prüfung der Berufsmäßigkeit“ können Sie den Status Ihres Arbeitnehmers schnell ermitteln.