Minijob-Zentrale - Pressearchiv 2018 - Wer sind die deutschen Haushaltshilfen?

Wer sind die deutschen Haushaltshilfen?

Ausgabejahr 2018
Datum 16.03.2018

Bochum, 16. März 2018

Die Minijob-Zentrale gewährt Einblicke in die aktuellen Zahlen und Motive von Minijobbern in Privathaushalten

Immer mehr Menschen in Deutschland setzen auf Unterstützung in den eigenen vier Wänden und beschäftigen Minijobber. Als Putzhilfen, als Betreuer für Angehörige und Kinder oder als Gartenhelfer sind sie die gute Seele vieler Haushalte. Aber wer sind eigentlich die helfenden Hände, die Senioren, Singles und Familien im Alltag entlasten? Die aktuellen Zahlen der Minijob-Zentrale und Einblicke in die persönlichen Motive dreier Minijobber geben einen Eindruck.

15. März 2018, Bochum: 305.158 angemeldete Minijobber im Privathaushalt zählt die Minijob-Zentrale Ende des vierten Quartals 2017. Damit kann erneut ein Anstieg der legal beschäftigten Haushaltshilfen im Vergleich zum Vorjahr (303.022) verzeichnet werden. Immer mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer nutzen damit die zahlreichen Vorteile einer Anmeldung. Während Arbeitgeber zum Beispiel von Steuererleichterungen und der Absicherung im Falle eines Unfalls ihrer Haushaltshilfe profitieren, erhalten Minijobber einen legalen Arbeitsstatus. Darüber hinaus können angemeldete Minijobber schon mit geringen Abgaben etwas für ihre Rente tun: Rund 14,5 Prozent der angemeldeten Haushaltshilfen sichern sich bereits mit eigenen Beiträgen die Ansprüche auf das volle Leistungspaket der Rentenversicherung.

Persönliche Motive für den Minijob: Sinnvoller Nebenerwerb, flexible Arbeitszeiten und gutes Arbeitsklima
Minijobs im Privathaushalt bieten für viele Menschen die Möglichkeit, sich etwas hinzuzuverdienen – 182,52 Euro monatlich betrug zuletzt der durchschnittliche Verdienst1 – und lassen sich gut mit dem Privatleben vereinen. Aus diesem Grund hat sich auch Carolina (38) für die Arbeit als Haushaltshilfe entschieden. Für die dreifache Mutter steht dabei vor allem die freie Zeiteinteilung im Vordergrund – und die persönliche und freundliche Beziehung zu ihrer Arbeitgeberin: „Das muss einfach passen, denn es muss Vertrauen von beiden Seiten aus da sein“, erzählt die Berlinerin.

Für Norbert (60) aus Dortmund stehen neben dem Zuverdienst zur Rente vor allem eine abwechslungsreiche Aufgabe und die neuen Herausforderungen im Fokus. Er arbeitet deshalb regelmäßig im Garten einer benachbarten Familie und erklärt: „Ich bin seit sieben Jahren im Vorruhestand, bin jedoch ein äußerst aktiver und lebhafter Mensch, der sich sinnvoll betätigen möchte, so oft es geht. Ein Minijob im Grünen ist deshalb genau die richtige Betätigung für mich.“

Als Minijobber im Privathaushalt genießen Haushaltshilfen eine besonders persönliche Arbeitsatmosphäre. Für Barbara (57) aus Mainz hat genau diese Arbeitsatmosphäre für die Beschäftigung im Privathaushalt gesprochen. Sie unterstützt eine ältere Dame bei den alltäglichen Aufgaben, die ihre Arbeitgeberin im hohen Alter nicht mehr so leicht erledigen kann: „Das Gefühl, dass sich jemand freut, wenn ich komme, bedeutet mir sehr viel. Das Arbeitsklima ist so viel besser als im Unternehmen. Hier weiß ich einfach, dass ich gebraucht werde“, sagt die Rentnerin.

Generationsübergreifend auf der sicheren Seite
Angemeldete Minijobber im Privathaushalt kommen aus allen Altersklassen. Die meisten von ihnen sind wie Norbert und Barbara zwischen 45 und 65 Jahren (56,8 %) alt. Aber auch im höheren Alter sind Minijobs im Privathaushalt gefragt. Rund 15 Prozent der bei der Minijob-Zentrale gemeldeten Haushaltshilfen sind über 65 Jahre alt. „Der Privathaushalt ist für viele, vom Studenten bis zum Rentner, ein guter Arbeitsplatz, um sich etwas hinzuzuverdienen. Durch ein oft freundschaftliches Arbeitsverhältnis profitieren Minijobber und Arbeitgeber gleichermaßen: Vertrauen und flexible Absprachen sind für beide Seiten ein Plus“, so Dr. Erik Thomsen, Leiter der Minijob-Zentrale.

Haushaltshilfen im ganzen Land gefragt
„Der Bedarf an Haushaltshilfen wächst immer mehr und ist noch längst nicht ausgeschöpft. Wer seinen Minijobber anmeldet, der drückt nicht nur seine Wertschätzung aus, sondern profitiert auch von der Absicherung durch die Unfallversicherung und Steuervorteilen“, so Dr. Erik Thomsen. Egal ob Nord, Süd, Ost oder West – Haushaltshilfen werden in der ganzen Bundesrepublik beschäftigt und angemeldet. Spitzenreiter sind die Rheinland-Pfälzer, bei ihnen kommen rund fünf angemeldete Haushaltshilfen auf 1000 Einwohner, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. In Thüringen wird hingegen noch viel selber geputzt: Nur 1,31 angemeldete Minijobber im Privathaushalt kommen auf 1000 Einwohner. Damit bildet Thüringen das Schlusslicht des Rankings.

Einfach. Informieren. Anmelden.
Die Anmeldung eines Minijobbers im Privathaushalt ist kinderleicht: Einfach online unter minijob-zentrale.de gemeinsam den Haushaltsscheck ausfüllen und an die Minijob-Zentrale senden – oder das Formular ausgedruckt und ausgefüllt per Post verschicken. Wer noch auf der Suche nach einer helfenden Hand im Haushalt ist, findet passende Angebote unter haushaltsjob-boerse.de, dem offiziellen Online-Jobportal der Minijob-Zentrale – deutschlandweit und kostenlos.

Die verwendeten Zahlen basieren auf dem aktuellen Quartalsbericht (Q4/2017) der Minijob-Zentrale: http://www.minijob-zentrale.de/quartalsbericht