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Aufstockung der Rentenversicherungsbeiträge

Geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse, die vor dem 1. Januar 2013 aufgenommen wurden und deren Arbeitsentgelt weiterhin maximal 400 Euro beträgt, sind auch ab dem 1. Januar 2013 versicherungsfrei in der Rentenversicherung. Aufgrund der Versicherungsfreiheit zahlt nur der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent des Arbeitsentgelts. Der volle Beitrag zur Rentenversicherung beträgt derzeit 18,7 Prozent. Aufgrund des geringeren Pauschalbeitrags, erwirbt der Minijobber nur anteilige Beitragsmonate für die Erfüllung der verschiedenen Wartezeitmonate. Diese sind Voraussetzung, um einen Anspruch auf die verschiedenen Rentenansprüche zu erwerben. Auch das erzielte Arbeitsentgelt wird bei der Berechnung der Rente nur anteilig berücksichtigt.

Der Arbeitnehmer hat daher weiterhin - auch während des laufenden Beschäftigungsverhältnisses - die Möglichkeit, schriftlich auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung zu verzichten und durch die freiwillige Zahlung relativ niedriger eigener Beiträge vollwertige Beschäftigungszeiten in der Rentenversicherung zu erwerben (Beitragsaufstockung). Dadurch unterliegt der Minijobber der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung.

Hinweis: Die Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung informieren umfassend über Auswirkungen der Beitragsaufstockung unter Berücksichtigung aller persönlichen Umstände. Wir empfehlen, vor der Entscheidung für die Beitragsaufstockung eine Individualberatung bezüglich der rentenrechtlichen Auswirkungen.


Vorteile der Rentenversicherungspflicht

Durch die Rentenversicherungspflicht in der Beschäftigung, erwirbt der Minijobber vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung. Das bedeutet, dass die Beschäftigungszeit in vollem Umfang für die Erfüllung der verschiedenen Wartezeiten (Mindestversicherungszeiten) berücksichtigt wird. Pflichtbeitragszeiten sind darüber hinaus Voraussetzung für:

  • einen früheren Rentenbeginn,
  • Ansprüche auf Leistungen zur Rehabilitation (sowohl im medizinischen Bereich als auch im Arbeitsleben),
  • die Begründung oder Aufrechterhaltung des Anspruchs auf eine Rente wegen Erwerbsminderung,
  • den Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung für eine betriebliche Altersversorgung und
  • den Anspruch auf Übergangsgeld bei Rehabilitationsmaßnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung (mehr) besteht.

Zu dem

  • erhöht sich der Rentenanspruch, da das Arbeitsentgelt in voller Höhe bei der Berechnung der Rente berücksichtigt wird und
  • die staatliche Förderung für private Altersvorsorge, beispielsweise die so genannte Riester-Rente, kann sowohl vom Minijobber als auch vom Ehepartner beansprucht werden.


Beispiel:
Eine Mutter hat bisher nur drei Jahre Beitragszeiten für Kindererziehung in ihrem Rentenkonto. Übt sie einen Minijob aus, bei dem sie auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung verzichtet hat, kann sie bereits nach zwei Beschäftigungsjahren die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren für die Inanspruchnahme der Regelalters- oder Erwerbsminderungsrente erfüllen.
Hinweis: Die gezahlten Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung können bei der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden.

Voraussetzung - Schriftliche Erklärung

Möchte der Arbeitnehmer die Möglichkeit der Beitragsaufstockung nutzen, muss er seinem Arbeitgeber schriftlich mitteilen, dass er auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung verzichtet. Mit diesem Verzicht erklärt sich der Minijobber bereit, den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent auf den vollen Rentenversicherungsbeitrag von derzeit 18,7 Prozent aufzustocken.

Die schriftliche Erklärung des Verzichts auf die Rentenversicherungsfreiheit ist vom Arbeitgeber zu den Entgeltunterlagen des Minijobbers zu nehmen und nicht an die Minijob-Zentrale zu senden.

Beginn der Rentenversicherungspflicht

Jederzeit stets für die Zukunft

Der Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit kann jederzeit in der laufenden Beschäftigung erklärt werden. Die Rentenversicherungspflicht beginnt dann in der Regel am Tag nach Eingang der schriftlichen Verzichtserklärung beim Arbeitgeber. Der Minijobber kann auch einen späteren Beginn wählen. Grundsätzlich gilt: Der Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit ist nur für die Zukunft möglich.

Nachträgliche Beitragsaufstockung

Eine nachträgliche Beitragsaufstockung ist nur im begründeten Ausnahmefall zulässig. Diese Ausnahme besteht, wenn der Minijobber einen sozialrechtlichen Herstellungsanspruch geltend machen kann. Dieser liegt vor, wenn dem Minijobber in Folge eines Beratungsfehlers eines Sozialversicherungsträgers (z. B. Krankenkasse oder Rentenversicherungsträger) ein Schaden entstanden ist.

Besteht ein sozialrechtlicher Herstellungsanspruch, kann die fehlende oder rechtzeitige Abgabe der Erklärung des Verzichts auf die Rentenversicherungsfreiheit nachgeholt werden.

Das gilt nicht, wenn ein Versäumnis oder eine Verletzung der Aufklärungspflicht durch den Arbeitgeber vorliegt.

Dauer der Beitragsaufstockung

Die Erklärung des Verzichts auf die Rentenversicherungsfreiheit gilt für die gesamte Dauer des Minijobs und kann nicht widerrufen werden. Die Verzichtserklärung verliert erst mit dem Ende des Minijobs ihre Wirkung.

Neuer Minijob bei einem anderen Arbeitgeber

Beendet der Minijobber seine geringfügig entlohnte Beschäftigung und nimmt nach dem 31. Dezember 2012 einen neuen Minijob bei einem anderen Arbeitgeber auf, unterliegt dieser kraft Gesetzes der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Der Abgabe einer Verzichtserklärung bedarf es dann nicht mehr.

Neuer Minijob bei demselben Arbeitgeber

Wird innerhalb von zwei Monaten erneut eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bei demselben Arbeitgeber aufgenommen, verliert der Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit grundsätzlich nicht seine Wirkung und muss infolgedessen nicht noch einmal schriftlich erklärt werden. Dies gilt auch bei längeren Unterbrechungen als zwei Monaten, wenn das Beschäftigungsverhältnis nur abgemeldet wird, weil es länger als einen Monat ohne Entgeltzahlung (zum Beispiel aufgrund von längerem unbezahlten Urlaub oder Krankheit ohne Anspruch auf Krankengeld) fortgeführt wird.

Liegt das Ende der alten Beschäftigung jedoch mehr als zwei Monate zurück, wird der Minijobber mit erneuter Aufnahme einer Beschäftigung bei demselben Arbeitgeber rentenversicherungspflichtig. Hier besteht die Möglichkeit für den Minijobber, sich nach neuem Recht von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen.

Mehrere Minijobs

Übt der Minijobber mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen nebeneinander aus, gilt der einmal in einer Beschäftigung erklärte Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit für alle zeitgleich ausgeübten geringfügig entlohnten Beschäftigungen. Die Verzichtserklärung gilt somit für die Dauer aller im Zeitpunkt ihrer Abgabe bestehenden und danach aufgenommenen geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnisse. Sie verliert ihre Wirkung erst dann, wenn kein Minijob mehr ausgeübt wird.

Hinweis: Arbeitnehmer, die mehrere Minijobs ausüben, müssen alle weiteren Arbeitgeber über den Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit informieren.

Für Minijobber, die sich vor dem Beginn einer Altersvollrente, eines Ruhegehaltes nach beamtenrechtlichen Vorschriften oder vor dem Beginn einer berufsständischen Altersversorgung für den Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit entschieden haben, endet das Recht zur Beitragsaufstockung mit dem Tag vor Beginn der Leistung.

Beitragstragung

Arbeitgeber

Für den Arbeitgeber hat die Beitragsaufstockung des Minijobbers keine finanziellen Auswirkungen. Er zahlt weiterhin nur den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent des tatsächlichen Arbeitsentgelts.

Minijobber

Ausgehend von einem vollen Rentenversicherungsbeitrag von aktuell 18,7 Prozent beträgt der Eigenanteil des Arbeitnehmers 3,7 Prozent. Das ist der Differenzbetrag zwischen dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von 15 Prozent und dem vollen Beitrag zur Rentenversicherung.

Beitragszahlung

Mit dem Beginn der Beitragsaufstockung behält der Arbeitgeber den Eigenanteil des Arbeitnehmers vom Arbeitsentgelt ein und führt diesen zusammen mit den übrigen pauschalen Abgaben an die Minijob-Zentrale ab.

Die Zahlung des vollen Rentenversicherungsbeitrages ist im Beitragsnachweis unter der Beitragsgruppe 0100 nachzuweisen. Außerdem sind die Daten unter Berücksichtigung der Beitragsgruppe "1" in der Rentenversicherung zu melden.

Mindestbeitrag

Bei der monatlichen Berechnung des Pflichtbeitrags zur Rentenversicherung ist zu beachten, dass dieser seit dem 1. Januar 2013 von mindestens 175 Euro (2012 = 155 Euro) zu berechnen ist. Der Beitrag, der mindestens zu zahlen ist, beläuft sich damit im Jahr 2015 auf 32,73 Euro (18,7 Prozent von 175 Euro). Diesen Mindestbeitrag hat der Gesetzgeber festgeschrieben. Die sogenannte Mindestbeitragsbemessungsgrundlage ist grundsätzlich in allen Fällen zu berücksichtigen, in denen das tatsächliche Arbeitsentgelt 175 Euro unterschreitet.

Übt ein Minijobber mehrere rentenversicherungspflichtige geringfügig entlohnte Beschäftigungen aus, sind die Arbeitsentgelte für die Prüfung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage aus allen Beschäftigungen zusammenzurechnen. Erst wenn nach der Addition aller Arbeitsentgelte der Grenzbetrag von 175 Euro weiterhin unterschritten wird, ist dieser für die Beitragsberechnung anzusetzen.

Beachte:
Unberücksichtigt bleiben Entgelte aus rentenversicherungsfreien Minijobs, die bereits vor dem 1. Januar 2013 aufgenommen wurden und unter das alte Recht fallen.

Besteht neben dem Minijob eine rentenversicherungspflichtige (Haupt-) Beschäftigung, ist die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage nicht zu prüfen. Das heißt, der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung ist von dem tatsächlichen Arbeitsentgelt zu berechnen.

Die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage ist auch dann nicht anzuwenden, wenn der Minijobber bereits wegen anderer Tatbestände nach den §§ 1 bis 4 Sozialgesetzbuch Sechstes Buch (SGB VI) der Rentenversicherungspflicht unterliegt. Hierzu zählen unter anderem:

  • Auszubildende,
  • nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen,
  • gewisse selbständig Tätige (zum Beispiel Hebammen),
  • Personen in der Zeit, für die sie von einem Leistungsträger Krankengeld, Übergangsgeld oder Arbeitslosengeld I beziehen oder
  • für die ihnen Kindererziehungszeiten anzurechnen sind.

Auch hier ist bei der Berechnung der Rentenversicherungsbeiträge aus dem 450-Euro-Minijob das tatsächliche Arbeitsentgelt zugrunde zu legen.


Arbeitsentgelte von weniger als 175 Euro

Unterschreitet das Arbeitsentgelt die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage, ist der Pflichtbeitrag zur Rentenversicherung von 175 Euro zu berechnen. Der vom Arbeitgeber zu tragende Anteil am Rentenversicherungsbeitrag von 15 Prozent ist jedoch stets vom tatsächlichen Arbeitsentgelt zu ermitteln. Der Arbeitnehmer übernimmt in diesen Fällen mit seinem Beitragsanteil die Differenz zum insgesamt zu zahlenden Pflichtbeitrag zur Rentenversicherung.


Der Beitragsanteil des Minijobbers ermittelt sich wie folgt:
Gesamtbeitrag (Voller Beitrag zur Rentenversicherung):18,7 Prozent von 175 Euro = 32,73 Euro
Arbeitgeberanteil
Pauschalbeitrag im gewerblichen Bereich:

15 Prozent des Arbeitsentgelts
_________________________________________________________________________________________________________
Arbeitnehmeranteil:32,73 Euro abzüglich Pauschalbeitrag des Arbeitgebers


Diese Fallkonstellation kann bei sehr geringen Arbeitsentgelten dazu führen, dass kein Arbeitsentgelt zur Auszahlung kommt und der Minijobber dem Arbeitgeber darüber hinaus eventuell noch einen Restbetrag zu erstatten hat.


Beispiel 1:
Eine Bürokraft ist seit dem 1. Januar gegen ein monatliches Arbeitsentgelt in Höhe von 25 Euro beschäftigt. Sie übt diese Tätigkeit an einer halben Stunde in der Woche aus.
Gesamtbeitrag(18,7 Prozent von 175 Euro)= 32,73 Euro
Arbeitgeberanteil( 15,0 Prozent von 25 Euro) = 3,75 Euro
________________________________________________________________________________________________
ArbeitnehmeranteilGesamtbeitrag abzüglich Arbeitgeberanteil
(32,73 Euro abzüglich 3,75 Euro) = 28,98 Euro

Der Arbeitnehmeranteil übersteigt das tatsächliche Arbeitsentgelt. Es wird folglich kein Arbeitsentgelt ausgezahlt. Der Minijobber muss an den Arbeitgeber noch 3,98 Euro (28,98 Euro abzüglich 25,00 Euro) entrichten.


Liegt bei der Ausübung mehrerer geringfügig entlohnter Beschäftigungen das tatsächliche Arbeitsentgelt unter der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von 175 Euro, sind die Arbeitsentgelte aus allen Beschäftigungen im Verhältnis zu ihrer Höhe zueinander zu berücksichtigen. Anstelle des tatsächlichen Arbeitsentgelts ist bei der Berechnung der Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung ein fiktives Arbeitsentgelt (siehe Beispiel 2) zugrunde zu legen.


Beispiel 2:
Ein Minijobber ist im Privathaushalt für ein monatliches Arbeitsentgelt in Höhe von 100 Euro und gleichzeitig bei einem Arbeitgeber im gewerblichen Bereich für ein monatliches Arbeitsentgelt in Höhe von 50 Euro beschäftigt.
Aus diesen beiden Arbeitsentgelten wird nun ein fiktives Arbeitsentgelt mit folgender Formel ermittelt:

175 x Einzelarbeitsentgelt aus der jeweiligen Beschäftigung / Gesamtarbeitsentgelt aus allen Beschäftigungen

Daraus ergibt sich für den Arbeitgeber im Privathaushalt ein fiktives Arbeitsentgelt von 116,67 Euro.
(175 Euro x 100 Euro / 150 Euro)

Für den Arbeitgeber im gewerblichen Bereich ergibt sich ein fiktives Arbeitsentgelt von 58,33 Euro.
(175 Euro x 50 Euro / 150 Euro)
Ergebnis:
Arbeitgeber im PrivathaushaltArbeitgeber im gewerblichen Bereich

Gesamtbeitrag

21,82 Euro
(18,7 Prozent von 116,67 Euro)
10,91 Euro
(18,7 Prozent von 58,33 Euro)

Arbeitgeberanteil

5 Euro
(5 Prozent von 100 Euro)
7,50 Euro
(15 Prozent von 50 Euro)

Arbeitnehmeranteil

16,82 Euro
(21,82 Euro abzüglich 5 Euro)
3,41 Euro
(10,91 Euro abzüglich 7,50 Euro)



Beachte: Wenn der Arbeitnehmer von der Zahlung des Arbeitnehmeranteils zur Rentenversicherung freigestellt werden möchte, kann er sich auf Antrag von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreien lassen.


Hinweis: Die weiteren pauschalen Abgaben für Minijobs sind stets vom tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt zu berechnen, auch wenn dieses weniger als 175 Euro beträgt.


Beitragsberechnung in Teilmonaten

Beginnt oder endet ein rentenversicherungspflichtiger Minijob im Laufe eines Monats oder liegt eine Arbeitsunterbrechung (zum Beispiel unbezahlter Urlaub oder Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf der Entgeltfortzahlung) vor, ist eine anteilige Mindestbeitragsbemessungsgrundlage anzusetzen. Diese ermittelt sich nach folgender Formel:

175 Euro x Beschäftigungstage / 30 = anteilige Mindestbeitragsbemessungsgrundlage.


Hinweis:
Dauert die Arbeitsunterbrechung ohne Entgeltzahlung maximal einen Monat an, erfolgt keine Kürzung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage. Für Kalendermonate, in denen kein tatsächliches Arbeitsentgelt erzielt wurde, ist hingegen kein Mindestbeitrag anzusetzen.



Beispiel:
Eine Bürokraft nimmt am 15. Februar eine geringfügig entlohnte Beschäftigung gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von 100 Euro auf. Am 24. Mai erkrankt sie arbeitsunfähig. Sie erhält Entgeltfortzahlung bis zum 4. Juli. Am 15. September nimmt sie die Arbeit wieder auf. In der Zeit vom 5. Juli bis 4. August gilt das sozialversicherungsrechtliche Beschäftigungsverhältnis gegen Arbeitsentgelt als fortbestehend.
Vom Arbeitgeber gezahlte Entgelte:
Februar:
März bis Juni:
Juli:
August:
September:
50,00 Euro
je 100,00 Euro
12,00 Euro
kein Arbeitsentgelt
53,00 Euro
Ermittlung der (anteiligen) Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen:
Februar (175 Euro x 14 / 30):
März bis Juni:
Juli: (175 x 4 / 30)
August:
September (175 Euro x 16 / 30):
81,67 Euro
je 175,00 Euro
23,33 Euro
0,00 Euro
93,33 Euro
Die Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung ermitteln sich wie folgt:
Februar:
Beitrag insgesamt (18,7 Prozent von 81,67 Euro):
abzüglich Arbeitgeberanteil: (15 Prozent von 50,00 Euro):
verbleibender Arbeitnehmeranteil:

15,27 Euro
7,50 Euro
7,77 Euro
März bis Juni:
Beitrag insgesamt (18,7 Prozent von 175,00 Euro):
abzüglich Arbeitgeberanteil: (15 Prozent von 100,00 Euro):
verbleibender Arbeitnehmeranteil:

32,73 Euro
15,00 Euro
17,73 Euro
Juli:
Beitrag insgesamt (18,7 Prozent von 23,33 Euro):
abzüglich Arbeitgeberanteil: (15 Prozent von 12,00 Euro):
verbleibender Arbeitnehmeranteil:

4,36 Euro
1,80 Euro
2,56 Euro
September:
Beitrag insgesamt (18,7 Prozent von 93,33 Euro):
abzüglich Arbeitgeberanteil: (15 Prozent von 53,00 Euro):
verbleibender Arbeitnehmeranteil:

17,45 Euro
7,95 Euro
9,50 Euro


Übergangsgeld bei Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahmen

Das Übergangsgeld bei geringfügig Beschäftigten ist eine Entgeltersatzleistung der gesetzlichen Rentenversicherung (RV).

Alle Minijobber haben im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht in der Regel auch während einer medizinischen Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme, die von einem Träger der gesetzlichen RV durchgeführt wird.

Der sechswöchige Anspruch auf Entgeltfortzahlung vermindert sich, wenn anrechenbare Vorerkrankungszeiten vorliegen. Wird die Maßnahme erst nach Ablauf der sechsten Woche einer Arbeitsunfähigkeit angetreten, besteht kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

Anspruch auf Übergangsgeld

Das Übergangsgeld überbrückt diese einkommenslosen Zeiten während der Teilnahme an einer medizinischen Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme der gesetzlichen RV.

Voraussetzung für den Anspruch auf Übergangsgeld aus einem Minijob ist unter anderem, dass unmittelbar vor der Maßnahme Pflichtbeiträge zur gesetzlichen RV entrichtet wurden.

Dies ist bei geringfügig entlohnten Beschäftigten, die vor dem 1. Januar 2013 aufgenommen wurden, der Fall, wenn der Minijobber bei Aufnahme des Minijobs oder zu einem späteren Zeitpunkt auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung verzichtet hat. Durch die so genannte „Beitragsaufstockung“ erlangt der Minijobber den Status eines in der Rentenversicherung versicherungspflichtigen Arbeitnehmers. In einer geringfügig entlohnten Beschäftigung, die ab dem 1. Januar 2013 aufgenommen wird, besteht Versicherungspflicht in der Rentenversicherung ab Beschäftigungsbeginn.

Der Anspruch auf Übergangsgeld hängt davon ab, ob der Minijobber die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt.

Prüfung des Anspruchs auf Übergangsgeld

Zuständig für die Prüfung - ob und in welcher Höhe ein Anspruch auf Übergangsgeld besteht - ist der Rentenversicherungsträger, der die Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme bewilligt hat.

Höhe des Übergangsgeldes

Die Höhe des Übergangsgeldes bestimmt sich nach der Höhe des Arbeitsentgelts im Minijob.

Beispiel:
Ein kinderloser Minijobber, der die Pauschalbeiträge des Arbeitgebers zur Rentenversicherung aufstockt und ein monatliches Arbeitsentgelt von 400,00 Euro erzielt, erhält ein kalendertägliches Übergangsgeld von circa 7,25 Euro.

Soziale Sicherung während des Übergangsgeldbezuges

Für Minijobber besteht auch während des Bezuges von Übergangsgeld in der Regel Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Beiträge müssen sie während dieses Zeitraums nicht zahlen; diese gelten als vom Rentenversicherungsträger entrichtet.


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