Praktikanten und Auszubildende sind keine Minijobber

Besonderheiten in der Sozialversicherung

Auszubildende sind versicherungspflichtige Arbeitnehmer in der Sozialversicherung. Das heißt, es fallen immer Beiträge zur Sozialversicherung an. Selbst wenn der Auszubildende bis zu 450 Euro im Monat

die Geringfügigkeitsgrenze

verdient – ist er nicht geringfügig entlohnt beschäftigt.

Besondere Verteilung der Beiträge für Auszubildende

Sofern der Verdienst des Auszubildenden 325 Euro – die so genannte Geringverdienergrenze – nicht übersteigt, trägt der Arbeitgeber die Beiträge allein.

Wichtig zu wissen für Arbeitgeber

Die Sozialversicherungsbeiträge für Auszubildende entsprechen denen für einen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Arbeitgeber melden den Auszubildenden bei der jeweiligen Krankenkasse, die auch die Sozialversicherungsbeiträge einzieht. Die Minijob-Zentrale ist nicht zuständig.

Was ein Praktikum ist und wer als Praktikant gilt

Praktikant ist, wer sich praktische Kenntnisse in einem Unternehmen aneignet, die der Vorbereitung, Unterstützung oder Vervollständigung der Ausbildung für den künftigen Beruf dienen.

Praktikanten können ihr Praktikum vor, während oder nach ihrem Studium bzw. ihrer Ausbildung, als Vor-, Zwischen- oder Nachpraktikum absolvieren. Es gibt drei Arten von Praktika:

  1. Vorgeschriebene Praktika

    Das sind Praktika, die in einer Ausbildungs-, Studien- oder Prüfungsordnung verpflichtend vorgesehen sind.
    Wer innerhalb seiner Gesamtausbildung ein Praktikum absolviert, übt dieses im Rahmen seiner betrieblichen Berufsbildung aus. Dazu muss der Praktikant die Verpflichtung zur Ausübung des Praktikums nachweisen. Er ist grundsätzlich sozialversicherungspflichtig – unabhängig von der Höhe seines Verdienstes. Selbst wenn er bis zu 450 Euro verdient oder das Praktikum bis zu drei Monate befristet ist, gelten für ihn nicht die Minijob-Regelungen.

  2. Vorgeschriebenes Praktikum während des Studiums

    Wer ein vorgeschriebenes Praktikum während des Studiums ausübt, ist für die Dauer dieses Praktikums versicherungsfrei in der Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Durch die Versicherungsfreiheit in der Krankenversicherung besteht zudem keine Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung. Auf die Höhe des Verdienstes kommt es nicht an.

  3. Nicht vorgeschriebene Praktika

    Nicht vorgeschriebene Praktika unterscheiden sich in ihrer Art nicht von den vorgeschriebenen Praktika. Allerdings ist der Praktikant nicht verpflichtet, ein solches Praktikum abzuleisten und damit übt er dieses auch nicht im Rahmen seiner betrieblichen Berufsausbildung aus. Für ein nicht vorgeschriebenes Praktikum gelten die Minijob-Regelungen bzw. während des Studiums auch die Regelungen für Werkstudenten.


Wichtig zu wissen

Hat sich der freiwillige Praktikant während des Studiums von der Rentenversicherungspflicht in seinem 450-Euro-Minijob befreien lassen, ist sein Arbeitgeber auch nicht zur Zahlung von Pauschalbeiträgen zur Rentenversicherung verpflichtet. Die Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung muss er aber zahlen.