Rentner und Ruhestandsbeamte

Hinzuverdienstgrenzen für Rentner und Ruhestandsbeamte

Für die versicherungsrechtliche Beurteilung eines Minijobs von Rentnern oder Ruhestandsbeamten gelten grundsätzlich keine Besonderheiten. Arbeitgeber müssen den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung zahlen - unabhängig davon, ob der Rentner oder Ruhestandbeamte dadurch seine Rentenleistung aufbessern kann.


Wichtig zu wissen

Hat der Minijobber die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht, gibt es Hinzuverdienstgrenzen. Diese sind unterschiedlich hoch und richten sich nach der Renten-/ Versorgungsart des Minijobbers. Überschreitet dieser seine Hinzuverdienstgrenze, kann das zur Kürzung oder sogar zum Wegfall seiner Rente/Versorgung führen. Arbeitgeber weisen bitte ihren Minijobber darauf hin.

Hinzuverdienstgrenze für Alters- und Erwerbsminderungsrenten

Seit dem 1. Januar 2013 beträgt die Hinzuverdienstgrenze für die Rente in voller Höhe 450,00 Euro bei

  • Renten wegen Alters - vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze,
  • Renten wegen voller Erwerbsminderung,
  • Renten wegen Erwerbsunfähigkeit sowie
  • der Knappschaftsausgleichsleistung.

Ab der Regelaltersgrenze können Rentner unbegrenzt hinzuverdienen

Erreicht ein beschäftigter Rentner die Regelaltersgrenze - z. B. im Mai -, kann er ab dem darauf folgenden Monat - hier ab Juni -, unbegrenzt hinzuverdienen. Eine Anrechnung auf seine Rente findet nicht mehr statt.

Wichtig zu wissen

Für die Geburtsjahrgänge 1947 bis 1963 wurde die Altersgrenze

für die Regelaltersrente

von 65 auf 67 Jahre stufenweise angehoben. Geburtsjahrgänge ab 1964 können somit die Regelaltersrente erst nach Vollendung des 67. Lebensjahres beziehen.

Hinzuverdienstgrenze bei Hinterbliebenenrenten

Bezieher von Witwen-, Witwer-, Erziehungs- und Waisenrenten haben einen Freibetrag, bis zu dem Einkünfte nicht angerechnet werden. Ein 450-Euro-Minijob liegt innerhalb des Freibetrages und hat somit keinen Einfluss auf die Höhe der Rente. Überschreitet ein Bezieher dieser Rente den Freibetrag, z. B. durch mehrere Beschäftigungen, richtet sich die Höhe seiner Hinterbliebenenrente danach, wie viel er mit seinen weiteren Einkommen insgesamt verdient. Der zuständige Rentenversicherungsträger informiert über die Höhe des Freibetrages.

Individuelle Hinzuverdienstgrenzen bei Ruhestandsbeamten

Ruhestandsbeamte, die vorzeitig

bevor sie die Altersgrenze erreicht haben, die das entsprechende Versorgungssystem vorgibt

wegen Dienstunfähigkeit (Ausnahmen: z. B. Dienstunfall) in den Ruhestand getreten sind, können nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze dazuverdienen. Üben sie während des Ruhestands einen Minijob bis zu 450 Euro aus, kann sich dies nachteilig auf die Bezüge auswirken. Beim Ruhegehalt gibt es für jeden einzelnen Beamten individuelle Berechnungsmerkmale. So beeinflussen zum Beispiel

  • die Einstufung (Besoldungsgruppe)
  • der Ruhegehaltssatz und
  • die zurückgelegte Dienstzeit (Dienstaltersstufe)
  • die Höhe des individuellen Hinzuverdienstes.


Wichtig zu wissen

Ruhegehaltsempfängern vor Erreichen der maßgeblichen Altersgrenze, die einen Minijob aufnehmen wollen, empfehlen wir vorab die Dienststelle bzw. den Dienstherrn zu kontaktieren, die/der die Versorgung festgestellt hat.