Asylsuchende, Flüchtlinge und Geduldete

Wann und für wen 450-Euro- und kurzfristige Minijobs möglich sind

Wenn Sie einen Beitrag für die Integration der nach Deutschland geflüchteten Menschen leisten und diese beschäftigen wollen, müssen Sie vorher den Stand des Asylverfahrens klären. Es gibt drei mögliche Personengruppen:

  1. Asylsuchende mit noch nicht abgeschlossenem Verfahren, die eine Aufenthaltsgestattung vorlegen können.
  2. Geduldete Menschen, deren Asylantrag zwar abgelehnt wurde, die aber aus Gründen von Krankheit oder ähnlichen Gründen nicht abgeschoben werden können.
  3. Anerkannte Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis.

Voraussetzungen für die Beschäftigung in einem Minijob

Asylsuchende mit Aufenthaltsgestattung und geduldete Personen können nicht ohne Weiteres einen Minijob ausüben. Für beide Gruppen kann die Ausländerbehörde nach Ablauf der Wartezeit von drei Monaten eine Arbeitserlaubnis erteilen. Der zukünftige Minijobber muss die Erlaubnis für eine konkrete Beschäftigung bei der Ausländerbehörde beantragen. Diese erteilt in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit eine Zustimmung oder Ablehnung.

Anerkannte Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen dürfen jeder Beschäftigung nachgehen.

Geflüchtete Menschen in einem 450-Euro-Minijob

Haben geflüchtete Menschen eine Arbeitserlaubnis, können sie einen Minijob ausüben.

Wichtig zu wissen

Als Arbeitgeber müssen Sie für Personen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten, keinen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung zahlen, da Flüchtlinge in Deutschland nicht gesetzlich krankenversichert sind. Ansonsten haben Sie als Arbeitgeber und Ihr 450-Euro-Minijobber die gleichen Rechte und Pflichten wie bei jedem anderen Minijob in Deutschland.

Geflüchtete Menschen mit einem kurzfristigen Minijob

Ein kurzfristiger Minijob liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist. Auf die Höhe des Verdienstes kommt es dabei nicht an – außer die Person ist berufsmäßig beschäftigt.

Verdienen geflüchtete Menschen mehr als 450-Euro pro Monat, sind sie immer berufsmäßig beschäftigt und damit dürfen sie keinen kurzfristigen Minijob ausüben.

Gut zu wissen

Eine Beschäftigung ist dann berufsmäßig, wenn sie für den Arbeitnehmer nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Dies trifft auf geflüchtete Menschen generell zu.

Mehr Infos zum Thema Berufsmäßigkeit für Arbeitgeber im Gewerbe

Mehr Infos zum Thema Berufsmäßigkeit für Arbeitgeber im Privathaushalt

 

Hier können Sie Ihrem Minijobber Informationen in seiner Muttersprache ausdrucken.

Gut zu wissen

Für weitere Fragen zur Beschäftigung geflüchteter Menschen, wie beispielsweise zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse oder zu Einreise und Aufenthalt, wenden Sie sich bitte an die “Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland”. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

BAMF

betreibt diese Hotline zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr unter +49 30 1815-1111.