Jugendarbeitsschutz

Wichtiger Schutz für Kinder und Jugendliche

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) schützt Jugendliche aufgrund ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung vor Überbeanspruchung und vor Gefahren am Arbeitsplatz. Die gesundheitliche Entwicklung von Jugendlichen durch zu frühe, zu lange, zu schwere, zu gefährliche und ungeeignete Arbeiten soll nicht gefährdet werden.

Für wen das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt

Das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt für die Beschäftigung von Personen, die

  • noch nicht 18 Jahre alt sind und
  • in der Berufsausbildung oder in einem der Berufsausbildung ähnlichen Ausbildungsverhältnis stehen oder
  • als Arbeitnehmer, Heimarbeiter oder in sonstigen Dienstleistungen arbeiten, die der Arbeitsleistung von Arbeitnehmern oder Heimarbeitern ähnlich sind.

Ausgenommen sind geringfügige Hilfeleistungen, soweit sie gelegentlich

  • aus Gefälligkeit - z. B. Einkaufen für einen Nachbarn - oder
  • aufgrund familienrechtlicher Vorschriften oder
  • in Einrichtungen der Jugendhilfe oder
  • in Einrichtungen zur Eingliederung Behinderter

    erbracht werden.

Außerdem sind Beschäftigungen durch den Personensorgeberechtigten

Personen, denen die Personensorge nach § 1626 BGB zusteht

im Familienhaushalt ausgenommen.

Wichtig zu wissen

Als Kind im Sinne des JArbSchG gilt, wer noch keine 15 Jahre alt ist. Als Jugendlicher, wer zwischen 15 und 17 Jahre alt ist. Die Vorschriften für Kinder gelten auch für Jugendliche, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen.

Was das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt

Das JArbSchG enthält allgemeine Bestimmungen für die Beschäftigung von Minderjährigen, insbesondere Zeitgrenzen für die Dauer der Arbeit. Danach dürfen Sie als Arbeitgeber Jugendliche

  • nicht mehr als acht Stunden täglich und
  • nicht mehr als 40 Stunden in der Woche,
  • nur in der Zeit von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr und
  • nur an fünf Tagen in der Woche beschäftigen – wobei die beiden freien Tage aufeinander folgen sollen.
  • Die Jugendlichen müssen mindestens zwölf Stunden tägliche Freizeit haben.

Urlaubsanspruch nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz

Jugendliche haben für jedes Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Die Dauer des Mindesturlaubs ist gestaffelt:

Der Urlaub für einen Jugendlichen beträgt jährlich mindestens

  • 30 Werktage, wenn dieser zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt ist,
  • 27 Werktage, wenn dieser zu Beginn des Kalenderjahres 17 Jahre alt ist,
  • 25 Werktage, wenn dieser zu Beginn des Kalenderjahres 18 Jahre alt ist.

Verbot der Kinderarbeit und Ausnahmen

Kinder unter 13 dürfen grundsätzlich nicht arbeiten – Kinderarbeit ist verboten.


Ausnahmsweise dürfen Sie als Arbeitgeber Kinder beschäftigen

  • zu therapeutischen Zwecken,
  • im Rahmen eines Betriebspraktikums während der Vollzeitschulpflicht oder
  • in Erfüllung einer richterlichen Weisung.

Jugendliche, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen, dürfen weiterhin während der Schulferien für höchstens vier Wochen im Kalenderjahr arbeiten.


Kinder über 13 Jahre und vollzeitschulpflichtige Jugendliche dürfen Sie

  • nur mit Einwilligung des Personensorgeberechtigten und auch
  • nur mit leichten und für Kinder geeigneten Arbeiten beschäftigen.

Gut zu wissen

Eine Beschäftigung ist leicht, wenn sie aufgrund ihrer Art und zu Bedingungen stattfindet, die

  • die Sicherheit, Gesundheit und Entwicklung der Kinder,
  • ihren Schulbesuch, ihre Beteiligung an Maßnahmen zur Berufswahlvorbereitung oder Berufsausbildung und
  • ihre Fähigkeit, dem Unterricht mit Nutzen zu folgen,

    nicht nachteilig beeinflusst.

Besondere Regeln für Kinder über 13 und vollzeitschulpflichtige Jugendliche

Kinder über 13 Jahre und vollzeitschulpflichtige Jugendliche dürfen

  • nicht mehr als zwei Stunden täglich und
  • nicht zwischen 18 und 8 Uhr,
  • nicht vor dem Schulunterricht und
  • nicht während des Schulunterrichts arbeiten.

Ausnahme: In landwirtschaftlichen Familienbetrieben dürfen Kinder nicht mehr als drei Stunden täglich arbeiten.