Studenten als Minijobber

Abgaben als 450-Euro-, kurzfristiger Minijobber und als Werkstudent

Als Student gelten für Sie keine Besonderheiten bei den Minijob-Regelungen. Demnach handelt es sich um einen

  • 450-Euro-Minijob, wenn das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt die 450-Euro-Grenze nicht übersteigt oder
  • kurzfristigen Minijob, wenn Ihre Beschäftigung von vornherein auf drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet ist. Der Verdienst ist hier unerheblich.

Abgaben für Ihren 450-Euro-Minijob

Ihr 450-Euro Minijob ist versicherungsfrei in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung und nicht versicherungspflichtig in der Pflegeversicherung.

In der Rentenversicherung sind Sie versicherungspflichtig, wenn Sie Ihre Beschäftigung

  • ab dem 1. Januar 2013 aufgenommen haben oder
  • bereits vor dem 1. Januar 2013 aufgenommen haben und Ihr monatlicher Verdienst auf einen Betrag von 400,01 Euro bis maximal 450,00 Euro erhöht wurde.



Sie können sich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.
Mehr Infos zu 450-Euro-Minijobs im Gewerbe

 

Wichtig zu wissen für Arbeitgeber

Die Meldung von studentischen 450-Euro Minijobbern erfolgt unter Angabe der Personengruppe 109 und des Beitragsgruppenschlüssels

  • 6100 (für gesetzlich Krankenversicherte) oder
  • 0100 (für privat Krankenversicherte) an die Minijob-Zentrale.

Ist der Student von der Rentenversicherungspflicht befreit oder rentenversicherungsfrei, erfolgt die Meldung mit der Personengruppe 109 und dem Beitragsgruppenschlüssel

  • 6500 (für gesetzlich Krankenversicherte) beziehungsweise
  • 0500 (für privat Krankenversicherte).



Keine Abgaben für Ihren kurzfristigen Minijob

Ihr kurzfristiger Minijob ist versicherungsfrei in der Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung und nicht versicherungspflichtig in der Pflegeversicherung.Es fallen weder für Ihren Arbeitgeber noch für Sie Beiträge an.

Wann Sie als Werkstudent gelten

Sie gelten als Werkstudent, wenn Sie

  • als ordentlich Studierender einer Fachschule oder Hochschule immatrikuliert sind und
  • daneben eine Beschäftigung mit einem regelmäßigen monatlichen Verdienst von mehr als 450 Euro und länger als drei Monate bzw. 70 Kalendertage im Kalenderjahr ausüben.


Ihr Status als Werkstudent

Als Werkstudent sind Sie versicherungsfrei in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung und damit auch nicht versicherungspflichtig in der Pflegeversicherung.

Als ordentlich Studierender sind Sie für eine Beschäftigung, die Sie neben Ihrem Studium ausüben, versicherungspflichtig in der Rentenversicherung. Für alle Fragen zu Ihrem Werkstudenten-Status wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse.

Wer als ordentlich Studierender gilt

Sie gelten als ordentlich Studierender, wenn Sie Ihre Zeit und Arbeitskraft überwiegend für Ihr Studium aufwenden. Das heißt, Ihre Beschäftigung darf gegenüber Ihrem Studium nur eine untergeordnete Rolle spielen. Ihr Arbeitgeber prüft dies anhand der wöchentlichen Arbeitszeit. Ihr Verdienst spielt hierbei keine Rolle.

Unter folgenden Voraussetzungen gelten Sie als ordentlich Studierender:

  • Sie arbeiten während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden in der Woche. In den Semesterferien können Sie Ihre Beschäftigung ohne versicherungsrechtliche Folgen auf mehr als 20 Stunden in der Woche ausweiten.
  • Sie arbeiten mehr als 20 Stunden wöchentlich, dies jedoch überwiegend in den Abend- oder Nachtstunden oder am Wochenende. Bei einem deutlichen Überschreiten der 20-Stunden-Grenze ist eine Überprüfung durch die Krankenkasse erforderlich.
  • Sie arbeiten mehr als 20 Stunden wöchentlich, wobei Ihre Beschäftigung von vornherein auf maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet ist.
  • Sie arbeiten mehr als 20 Stunden ausschließlich in den Semesterferien.

Mehrere befristete Beschäftigungen in einem Jahr mit wöchentlich über 20 Stunden

Üben Sie während Ihres Studiums im Laufe eines Jahres (nicht Kalenderjahres) mehrmals Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden aus, gelten Sie dann noch als ordentlich Studierender, wenn Sie im Laufe eines Jahres nicht mehr als 26 Wochen (182 Kalendertage) mit dieser erhöhten Arbeitszeit arbeiten.

Haben Sie in einem Jahr mehrere befristete Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden, muss Ihr Arbeitgeber prüfen, ob Sie als ordentlich Studierender gelten. Er errechnet den Jahreszeitraum zur Statusbestimmung von Studenten, in dem er vom voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung ein Jahr zurückrechnet.

Dabei muss er auch die Zeiten berücksichtigen, in denen Sie Ihre durchgehende Beschäftigung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von grundsätzlich weniger als 20 Stunden, zeitlich befristet, mit mehr als 20 Stunden wöchentlich ausführen - z. B. weil Sie in den Semesterferien mehr arbeiten.

Beispiel: So beurteilt Ihr Arbeitgeber Ihre befristete Beschäftigung:

Ein Student übt eine befristete Beschäftigung aus:

  • 15.11.2016 bis 15.01.2017 = 8 Wochen
 mit wöchentlich 25 Stunden.
  • Monatlicher Verdienst: 1.900 Euro.

Seine befristeten Vorbeschäftigungen:  

  • 01.02.2016 bis 31.03.2016 = 8 Wochen mit wöchentlich 25 Stunden. 

  • 01.07.2016 bis 15.09.2016 = 10 Wochen 
mit wöchentlich 18 Stunden.

Die Dauer der befristeten Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden beträgt im Laufe des maßgebenden Jahres vom 16.01.2016 bis 15.01.2017 nicht mehr als 26 Wochen. Damit ist der Student versicherungsfrei in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Durch die Versicherungsfreiheit in der Krankenversicherung besteht zudem keine Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung.

Die Beschäftigung vom 01.07. bis 15.09.2016 wird nicht berücksichtigt, da die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt.

In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht, weil es sich

  • weder um einen 450-Euro-Minijob,
  • noch - mit Berücksichtigung der Vorbeschäftigungszeiten im Jahr 2016 - um einen kurzfristigen Minijob handelt.


Wichtig zu wissen für Arbeitgeber

Die Meldung als rentenversicherungspflichtiger Werkstudent erfolgt unter Angabe der Personengruppe 106 und des Beitragsgruppenschlüssels 0100 bei der zuständigen Krankenkasse.