Meldung von 450-Euro-Minijobs

Was Sie melden müssen

Für 450-Euro-Minijobber müssen Sie folgende Meldungen erstatten:

  • Anmeldungen
  • Abmeldungen
  • Unterbrechungsmeldungen
  • Jahresmeldungen sowie UV-Jahresmeldungen
  • sonstige Entgeltmeldungen, wie z. B. die Gesonderte Meldung über die beitragspflichtigen Einnahmen
  • Meldungen in Insolvenzfällen


Gut zu wissen

Steuerfreie Aufwandsentschädigungen bis maximal 2.400 Euro bzw. 720 Euro im Kalenderjahr müssen Sie nicht melden.


Wichtig zu wissen

Stornieren Sie Entgeltmeldungen aufgrund von Korrekturen, müssen Sie immer die gesamte Meldung stornieren.

Die Schlüsselzahlen für den Grund der Abgabe

Hier geben Sie in der Regel Folgendes an:

  • 10 für eine Anmeldung
  • 30 für eine Abmeldung
  • 50 für eine Jahresmeldung
  • 92 für eine UV-Jahresmeldung
    oder
  • 32 für eine Abmeldung bzw.
  • 12 für eine Anmeldung bei einem Wechsel der Beitragsgruppe

Diese Schlüssel gelten auch für versicherungspflichtige Beschäftigte.

Gut zu wissen

In der Anlage 2 zu den Gemeinsamen Grundsätzen finden Sie eine Aufstellung aller Abgabegründe.

Schlüsselzahlen für Personengruppen

109 = geringfügig entlohnte Beschäftigung.


190 = ausschließlich in der gesetzlichen Unfallversicherung versicherte Beschäftigte mit beitragspflichtigem Arbeitsentgelt.


Wichtig zu wissen

Sie müssen den Personengruppenschlüssel 190 auch dann angeben, wenn das beitragspflichtige Arbeitsentgelt zur Unfallversicherung die Geringfügigkeitsgrenze

bis zu 450 Euro monatlich

nicht übersteigt.

Schlüsselzahlen zu Beitragsgruppen

Je nach den gegebenen Voraussetzungen sind die nachfolgenden Schlüsselzahlen für die Beitragsgruppen zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung für die Personengruppe 109 zulässig.


Schlüsselzahlen für die Personengruppe 109
KrankenversicherungRentenversicherungArbeitsförderungPflegeversicherung
0 = kein Beitrag

6 = Pauschalbeitrag
0 = kein Beitrag

5 = Pauschalbeitrag

1 = voller Beitrag bei
Versicherungspflicht in
der Rentenversicherung
0 = kein Beitrag0 = kein Beitrag

Bitte verwenden Sie für die Personengruppe 190 ausschließlich die Beitragsgruppe 0 0 0 0.

Beitragspflichtiger Verdienst

Bitte geben Sie in Entgeltmeldungen für 450-Euro-Minijobber

Personengruppe 109

das Bruttoarbeitsentgelt in Euro an, von dem Pauschalbeiträge oder volle Rentenversicherungsbeiträge gezahlt wurden. Beachten Sie bei der Zahlung von vollen Rentenversicherungsbeiträgen die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von monatlich 175 Euro.

Für Minijobber mit beitragspflichtigem Arbeitsentgelt, die ausschließlich in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert sind - Personengruppe 190 – füllen Sie das Feld mit 0 aus, z. B. „Studenten in einem nicht vorgeschriebenen Zwischenpraktikum mit der Beitragsgruppe 0000 zur Sozialversicherung“.

Meldepflicht besteht auch in den Fällen, in denen kein Beitragsgruppenwechsel erfolgt

Auch ohne Beitragsgruppenwechsel haben Sie eine Meldepflicht.

Geht eine bisher rentenversicherungsfreie Beschäftigung nahtlos in eine von der Rentenversicherungspflicht befreite Beschäftigung über, bleibt die bestehende Beitragsgruppe „5“ in der Rentenversicherung gleich.

Sie müssen das Beschäftigungsverhältnis zum Ablauf des Kalendermonats, vor der Erhöhung des regelmäßigen Entgelts auf mehr als 400 Euro, mit dem Meldegrund „33“ abmelden und mit Beginn des folgenden Kalendermonats mit dem Meldegrund „13“ wieder anmelden.

Beispiel

Eine privat krankenversicherte Raumpflegerin arbeitet seit dem 01. Juli 2012 gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von 390 Euro, welches ab dem 01. April 2016 auf 430 Euro angehoben wird. Der Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht wird wirksam ab dem Zeitpunkt der Entgelterhöhung gestellt.

Die Raumpflegerin ist geringfügig entlohnt beschäftigt, weil Sie nicht mehr als 450 Euro verdient. Es besteht Versicherungsfreiheit in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung sowie keine Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung.

Bis zum 31. März 2016 ist die Arbeitnehmerin rentenversicherungsfrei, weil das Arbeitsentgelt 400 Euro nicht übersteigt. Ab dem 01. April 2016 tritt zunächst Rentenversicherungspflicht ein, von der sich die Arbeitnehmerin jedoch hat befreien lassen.*

Der Arbeitgeber meldet der Minijob-Zentrale den Eingang des Befreiungsantrags und damit das Ende der bisherigen Rentenversicherungsfreiheit sowie den Beginn der Befreiung von der Rentenversicherungspflicht durch eine Ab- und Anmeldung aus sonstigen Gründen - Meldegründe 33 und 13.

Der Beitragsgruppenschlüssel bleibt unverändert. Der Arbeitgeber muss durchgehend seit dem 01. Juli 2012 Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung zahlen.

Für die Abmeldung zur Sozialversicherung zum 31. März 2016 gilt:
Personengruppenschlüssel: 109
Beitragsgruppenschlüssel: 0 5 0 0
Grund der Abgabe: 33

Für die Anmeldung ab dem 01. April 2015 gilt:
Personengruppenschlüssel: 109
Beitragsgruppenschlüssel: 0 5 0 0
Grund der Abgabe: 13

Sofern Ihr Software-Programm solche Meldungen nicht zulässt, weil kein Beitragsgruppenwechsel erfolgt, können Sie für die An- und Abmeldung ausnahmsweise auch das Formular „Anzeige der Befreiung von der Rentenversicherungspflicht“ verwenden. Bitte nehmen Sie zwingend eine Kopie davon zu den entsprechenden Entgeltunterlagen.

Reicht der Arbeitnehmer den Befreiungsantrag verspätet

erst nach Ablauf des Kalendermonats der Entgelterhöhung

beim Arbeitgeber ein, besteht vorübergehend eine rentenversicherungspflichtige geringfügig entlohnte Beschäftigung. Diese meldet der Arbeitgeber mit der Beitragsgruppe „1“ in der Rentenversicherung.

Melde- und Beitragspflicht zur Unfallversicherung (UV)

Neben der Meldepflicht bei der Minijob-Zentrale haben Sie als Arbeitgeber auch eine Melde- und Beitragspflicht zur gesetzlichen Unfallversicherung. Die Unfallversicherung kommt für die Folgen von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten auf und wird nicht automatisch über die Minijob-Zentrale abgedeckt. Eine private Unfallversicherung ersetzt nicht die Unfallversicherungspflicht kraft Gesetzes.

Weitere Informationen zur Unfallversicherung und der Jahresmeldung

Liegt Ihr Betriebssitz im Ausland und beschäftigen Sie Arbeitnehmer in Deutschland, müssen Sie diese nach deutschem Recht zur Unfallversicherung melden. Dies gilt auch, wenn ein Arbeitnehmer in Deutschland wohnt und in Deutschland und zugleich im europäischen Ausland verschiedene Beschäftigungen für verschiedene Arbeitgeber ausübt. In diesen Fällen gelten die deutschen Vorschriften zur Sozialversicherung, und damit müssen auch ausländische Arbeitgeber eine Meldung zur Unfallversicherung in Deutschland abgeben.

Informationen zum Thema erhalten Sie auf der Internetseite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.